

Firmengründer Friedrich Glatz

Getreideschlepper am Wiener
Donaukanal

Konrad Glatz

Arbeiterschaft und Fuhrpark der
Firma Glatz

Löschung importierter Gerste
aus den USA

Friedrich Glatz, Enkel des
Firmengründers und Vater
von Jakob Glatz

Ernst Weiner, 1933 bis 2003 - vom
Lehrling zum Direktor

Raimund Klotz übergab nach 50 Jahren
seine Aufgaben in der Firma an seinen
Sohn
1892 wurde in Wien die Großhandelsfirma in Getreide, Mahlprodukten und Futtermitteln von Friedrich Glatz, dem Urgroßvater des heutigen Firmenchefs, gegründet. Der Kundenkreis umfasste bald nicht nur die Klein- und Großhändler, sondern auch Bäcker, Landwirte und Gutsbetriebe. Ständige Vertreter an den Börseplätzen Budapest, Prag, Breslau, Brünn und Preßburg sowie ein Importgebiet von Ungarn, Italien und Rumänien belegen eindrucksvoll die erfolgreiche Entwicklung der Geschäftstätigkeiten des Gründers. Seinem Prinzip der Pflege des Kundengeschäfts sind auch seine Nachfolger, sein Sohn Konrad, sein Enkel Friedrich und sein Urenkel Jakob, bis zum heutigen Tage treu geblieben.
1914 Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges gingen Handel und Verkehr in Getreide, Mehl, Mahlprodukten und Futtermitteln auf die staatliche "Kriegs-Getreide-Verkehrsanstalt" über, die mit dem Aufbau ihrer Zentrale Friedrich Glatz und seine Mitarbeiter betraute.
1921 wurde die staatliche Kontrolle über die Getreidewirtschaft wieder aufgehoben. Friedrich Glatz hatte seit Ende des Weltkrieges die Firma wieder so weit aufgebaut, dass sie rasch ihre frühere Bedeutung erlangte. Der Importhandel dominierte die Geschäftstätigkeit, die sich über die Länder der ehemaligen Donaumonarchie hinaus auch auf Frankreich, die Schweiz, Italien und Kanada erstreckte. Während dieser Zeit hatte die Firma Glatz auch die Generalvertretung der Concordia-Mühle Budapest.
1930 trat Konrad, der Sohn des Gründers, in die Firma ein, die er nach dem Tod seines Vaters 1934 als geschäftsführender Gesellschafter übernahm. Die langjährigen Verbindungen zu den Balkanstaaten mündeten in dieser Zeit in zwei Beteiligungen, der "Cerealcomert S.A.R." in Braila, Rumänien, und der "Donau-Cereal A.G." in Belgrad.
1945 Unmittelbar nach Kriegsende nützte die Firma den "Maria-Theresien-Berechtigungsschein" zum Handel mit Waren aller Art im wahrsten Sinne des Wortes: von Schuhpasta über Besen, Gugelhupf-, Marzipanmasse, flüssiger Seife bis Nadeln wurde alles vertrieben. In dieser Zeit liefen auch die Hilfsprogramme der USA an: UNRRA, Marshallplan und ERP. Auf Initiative der Firma Glatz wurde gemeinsam mit der ERWIG (Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft der Wiener Bäcker) die Verteilung der Hilfslieferungen organisiert und durchgeführt. Aufgrund der Bezugsscheinpflicht musste ein erheblicher administrativer Apparat aufgezogen werden. Auch ein LKW-Fuhrpark wurde notwendig, der anfangs aus Überschussbeständen der britischen und amerikanischen Armee in Österreich bestückt wurde.
1947 erhielt Ernst Weiner, damals erst 28 Jahre alt, in Anerkennung seiner Leistung und Loyalität die Einzelprokura. 1933 als Lehrling eingetreten, nahm er sofort nach dem Krieg die Geschicke der Firma in seine Hände und hat das Unternehmen erfolgreich durch die ersten Nachkriegsjahre geführt.
Die 50er Jahre sind die Jahre der großen Getreide-Importe, die Importzuschläge wurden über ein Ausschreibungs-System erteilt. Zeitweise wurden in dieser Periode bis über 900.000 to jährlich nach Österreich importiert. Konrad Glatz, der dynamische Firmeninhaber, übernahm die notwendige intensive Kontaktpflege mit dem Ausland, und seine Reisen führten ihn nach Nordamerika, China und in die UdSSR.
In den 60er Jahren verursachte die wachsende Eigenproduktion einen allmählichen Rückgang der Importe, während in den 70er Jahren bereits bestimmte Sorten exportiert wurden. Mitte der 60er Jahre wurde eine Abteilung für Lebensmittel-Produkte wie Trockenfrüchte, Reis und Konserven entwickelt, die in den 80er Jahren bereits ein Viertel des Gesamtumsatzes für sich verbuchen konnte.
1971 kam Konrad Glatz im 65. Lebensjahr durch einen Unfall ums Leben. Sein Sohn, der damalige Firmeninhaber Friedrich Glatz, hatte bereits in den 60er Jahren Auslandspraxis in London, Hamburg und den USA gesammelt, um Ende der 60er Jahre in das väterliche Unternehmen einzusteigen. Bei der Übernahme der Gesamtverantwortung stand ihm und der Firma abermals hilfreich und loyal Direktor Ernst Weiner zur Seite. 1971 ist Direktor Weiner Vizepräsident der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien und steht der Firma Glatz mit seinem wertvollen Erfahrungsschatz zur Verfügung.
Mitte der 80er Jahre steigerten sich die österreichischen Getreide-Exporte bis zu 1,2 Mio Tonnen im Jahr 1988, um seither aufgrund des Anbaues von Alternativ-Produkten allmählich zurückzugehen. In den letzten 20 Jahren ist der Bereich Futtermittel zu einer effizienten Abteilung geworden, die ca. 10 % des österreichischen Sojaschrot-Importes abwickelt. Seit einigen Jahren wurde auch die Vermarktung von in Österreich erzeugten Proteinstoffen aufgenommen.
1991 wurde die Lebensmittel-Abteilung ausgegliedert und die Friedrich Glatz Lebensmittel GmbH gegründet, die sich nun als Organschaft im gleichen Haus erfolgreich entwickelt.
1994 wurde Österreich Mitglied der europäischen Union. Die Einwirkung des europäischen Marktes auf die österreichische Landwirtschaft war gewaltig und erforderte eine Umstellung auf allen Ebenen des Marktes.
1996 Durch die Übernahme der Geschäftstätigkeit der Hermann Oder KG konnte ein Großteil der Mitarbeiter ihre Bereiche weiter betreuen. Oder KG hatte in den 80iger und 90iger Jahren einen umfangreichen Handel mit Substraten, Torf und Blumenerden (Exklusivvertretungen der Firmen Klassmann und Neuhaus).
1998 wurde durch die Beteiligung an der F. Glatz Kft. in Ungarn auch in einem Nachbarland eines zukünftigen EU-Partners Fuß gefasst.
2000 Gründung der Tochtergesellschaft F. Glatz KFT (Landesprodukthandel) in Ungarn.
2002 Plötzliches Ableben von Friedrich Glatz und Übergang des traditionsreichen Unternehmens in die 4. Generation an Jakob Glatz.
2004 Schaffung des Unternehmensbereiches Gartenbau in Linz mit entsprechender Logistik. Gründung einer Tochtergesellschaft in Italien, Fertlogistik s.r.l.
2005 Gründung einer Zweigstellenniederlassung in der Steiermark (Büro Graz).
2006 Start des eigenständigen Agrarhandels über die Fertlogistik s.r.l. in Italien.
2009 Eingliederung der Agrar-Speicher-Betriebs-GmbH mit ca. 100.000 Tonnen Lagerkapazität für Agrarprodukte unter die Glatz GmbH & Co KG.
Langjährige und intensiv gepflegte Kundenbeziehungen sowie engagierte, kompetente Mitarbeiter sind bei der Glatz GmbH & Co KG Tradition. Mitarbeiterförderung war schon Konrad Glatz ein großes Anliegen, wobei ihm Sport und berufliche Weiterbildung gleich wichtig waren. Die Tradition der Generationen-Nachfolge hat auch zum Teil bei den Mitarbeitern Schule gemacht: Raimund Klotz trat 1914 als Lehrling in die Firma ein, gestaltete über 5 Jahrzehnte den organisatorischen Ablauf des Betriebes und der Buchhaltung und übergab 1964 die Leitung der Buchhaltung seinem Sohn Peter. Die Außenstelle Oberösterreich ist von Herrn Josef Planer nach mehr als 40jähriger Tätigkeit nahtlos auf seinen Sohn Michael übergegangen.
Die über ca. 30 Jahre bestehende gesellschaftliche Beteiligung am Landesproduktenhandel brachte direkte Kontakte zu den Landwirten und damit Verständnis für die besondere Problematik der landwirtschaftlichen Betriebe. Für die Geschäftsleitung und alle Mitarbeiter der Glatz GmbH & Co KG ist dieses Verständnis die Basis für positive und zukunftsweisende Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten.
Die Zukunft: weltweite Überproduktion, Anbau von Produkten für die Lebensmittelherstellung bzw. von Eiweiß-Produkten für die Tierfütterung, Getreide als nachwachsender Energie-Rohstoff und EU-Erweiterung sind nur einige Schlagworte, die für die Landwirtschaft und ihre Partner zukünftige Aufgaben darstellen. Wir von der Glatz GmbH & Co KG sind überzeugt, dass wir die Anforderungen, Chancen und Risiken, die auf uns zukommen, gemeinsam erfolgreich meistern werden.